Revell intern Aqua Color Farben




Im Bereich der Kunstharzfarben hatte Revell 1968 den Vertrieb von Humbrol übernommen. Seit etwa 1974 ist Revell mit einer eigenen Faben-Linie am Markt vertreten. Seit einigen Jahren sind nun auch die wasserlöslichen Aqua Color Farben im Sortiment. Somit ist es ist an der Zeit dieses Thema genauer zu beleuchten. Der DPVM hat deshalb bei Ulli Taubert, Leiter der Produktentwicklung bei Revell, nachgefragt.

"Herr Taubert, was war der Auslöser für Revell in den Markt der wasserverdünnbaren Farben einzusteigen?"

"Hier sind drei Gründe zu nennen: Es ist seitens der EU damit zu rechnen, dass Restriktionen bei lösungsmittelhaltigen Farben kommen werden. Wir sind verpflichtet, umweltmäßig zu denken und brauchen eine Alternative zu den bestehenden Farben und wir müssen einem ständig steigenden Bedarf am Markt Rechnung tragen."

"Wo werden generell die Farben von Revell hergestellt? Gibt es Parallelen zur Bausatzherstellung?"

"Auch die wasserverdünnbaren Farben werden beim gleichen Unternehmen, das auch unsere Email-Lacke fertigt, hergestellt. Dieser deutsche Hersteller fertigt für uns exklusiv. Mit der Bausatzherstellung hat das nichts zu tun, die findet primär in Polen statt."

"Wie ist heute bei Revell die Gewichtung in Bezug auf wasserbasierenden Farben und Kunstharzfarben?"

"Wir haben die Aqua Color Farben bereits 2005 eingeführt, so neu sind die also gar nicht. Es brauchte seine Zeit, dass der Markt sich daran gewöhnt hatte. Nach einer gewissen Anlaufzeit sind die Aqua Color Farben mittlerweile am Markt etabliert. Der Anteil beträgt derzeit 50:50. Jedoch wird der Anteil der wasserbasierenden Farben mittelfristig immer größer werden."

"Revell wird oft gefragt wann/ob es einmal ein Modell X geben wird. Wie ist das in Bezug auf Farben bzw. wie sind hier die Entscheidungsprozesse?"

"Dieser Prozess ist der gleiche wie bei den Bausätzen. Alle unsere Produkte durchlaufen eine ausführliche Wirtschaftlichkeitsberechnung."

"Es gibt Bausatzhersteller die inzwischen auch diverse Werkzeuge und Zubehör auch in Sachen Farben anbieten. Wird Revell hier als Weltmarktführer auch verstärkt tätig werden?"

"Es ist "normal", dass andere Mitbewerber ebenfalls im Zubehör- und Farbenbereich tätig sind. Bei Revell gehört der gesamte Bereich zum sog. "Core-Business" und wird auch zukünftig dementsprechend gepflegt und ausgebaut."

"Gibt es bei Revell Pläne in absehbarer Zukunft nur noch auf wasserbasierenden Farben zu setzten und die Kunstharzfarben zu reduzieren oder ganz zu streichen?"

"Kunstharz- und Acryl-Farben werden auch weiterhin parallel angeboten. Sollte die EU neue Verordnungen erlassen die die Kunstharzfarben betreffen, werden wir unverzüglich reagieren. Viele Anbieter von Acryl-Farben bezeichnen ihre Farben fälschlicherweise so. Untersuchungen der Zusammensetzungen dieser Farben haben gezeigt, dass diesen Acryl-Farben einen zu hohen Anteil an Lösungsmitteln haben, der Begriff also irreführend ist. Darauf wird bei den Revell Aqua Color Farben besonders geachtet."

Vielen Dank an Ulli Taubert für den interessanten Blick hinter die Kulissen. Die Rubrik "Revell intern" wird in loser Folge fortgesetzt.

Bernd Heller / Modellbauclub Koblenz