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Der AEC Routemaster gilt als einer der klassischen Vertreter des Busbaus, und wahrscheinlich gibt es weltweit keinen bekannteren Doppeldecker als dieses Fahrzeug, welches in 2.876 Exemplaren von Anfang 1956 bis Ende 2005 bei der London Transport Dienst tat. Einige der Busse wurde auch von anderen englischen Busunternehmen gefahren oder befinden sich heute in privatem Besitz. Dass der Routemaster so erfolgreich werden würde und so lange im Einsatz gewesen ist, war zu Beginn des Jahres 1956 noch nicht klar. Nachdem zu Beginn der RM1 weder bei Passagieren noch Fahrern sehr gut ankam, wurden zur Lord Mayor´s Show im November desselben Jahres die unbequemen Sitze erneuert, die Front verändert und die Motorleistung verbessert. Der Routemaster wurde danach zu einem Erfolgsmodell für fast 40 Jahre, und dass, obwohl der Bus von seinem Design und Komfort bereits Ende der 1960er Jahre nicht mehr Stand der Technik war.
Die Karosserie ist selbst tragend und aus Aluminium gefertigt, um Gewicht zu sparen und um eine hohe Steifigkeit und Haltbarkeit zu ermöglichen. Der RM in seiner Ursprungsversion war 8,38 Meter lang, ab 1962 wurde der RML (Routemaster long) gefertigt, der mit 9,14 Meter anstelle der 64 Sitzplätze nun 72 Sitzplätze bot. Das Gewicht betrug 7,5 Tonnen.
Die Produktion des Routemaster wurde bis 1968 fortgeführt, Motormodernisierungen durch Leyland-Motoren in den 1960ern und Aufwertungen im Interieur brachten den RM in die 1970er Jahre. In den Jahren 1990-1994 wurden die ca. 500 noch für die London Transport fahrenden Busse mit Iveco-Motoren nachgerüstet, um so den Umweltbestimmungen gerechter zu werden. Heute fahren noch einige wenige Routemaster auf touristisch interessanten Routen innerhalb Londons. Es ist nicht nur das Alter der Busse, die letztlich zur Ausmusterung führten, sondern auch die Rußentwicklung der Motoren wie auch die nicht gegebene Eignung sollten Behinderten den Bus nutzen sollen. Ein im Retrodesign an das Original des Routemaster angelegte Neuentwicklung soll zum Ende dieses Jahres im Stadtbild Londons erscheinen.
Revell hatte den vorliegenden Bausatz im 2011er Katalog ursprünglich im Maßstab 1/32 angekündigt, nun wird er aber in 1/24 veröffentlicht. Dem Modellbauer wird mit 16 Gießästen, 3 davon mit Klarsichteilen, und einigen Großteilen wie der Frontkabine und dem hinteren Teil der Karosserie mit insgesamt 370 Teilen ein Großbausatz geliefert. Aufgrund der Vielzahl der Teile ist das Modell in der Hauptsache eher für den fortgeschrittenen und erfahrenden Modellbauer geeignet. Die Größe der Teile macht das Arbeiten sehr angenehm, aber es bedarf einiger Ausdauer beim Bauen. Mit 38,5 cm Länge hat Revell den Routemaster in der Langversion umgesetzt.
Beim Testshot fehlten noch die Teilenummerierungen sowie die Zuordnung der einzelnen Gußäste nach Buchstaben zu den Baustufen. Dies würde künftig den Zusammenbau wegen der Vielzahl der Teile übersichtlicher gestalten. Die Passgenauigkeit ist gut bis sehr gut. Zum Teil gibt es bei den großen Teilen auch dicke Angüsse: ihre Notwendigkeit erklärt sich aber von selbst – die Teile sollen nicht aus dem Gußast ausbrechen. Die Fenster sind von sehr guter Qualität, der Kunststoff ist gut und klar. Die ersten Vergleiche mit dem 1/24 Sunstar Routemaster Fertigmodell ergaben gerade im Bereich Bodengruppe und Innenausstattung eine erheblich bessere und genauere Detaillierung auf Seiten von Revell.
Insgesamt gibt der Routemaster ein recht gutes Bild ab. Der Bausatz von Revell gibt in Teilen beim Zusammenbau auch einen guten Eindruck, wie das Original gefertigt wurde, da einige Baugruppen die Konstruktion des RM eindrucksvoll deutlich machen. Das Modell ist eine Bereicherung für den zivilen Markt kommerzieller Fahrzeuge und die britische Ikone des Busbaus schlechthin.
Dr. Christian-Martin Czypull (Lehrte)
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