Revell: 21 cm Mörser 18 "Brummbär" im Maßstab 1:72


In der Automobilindustrie wird eine Modellreihe nach einer bestimmten Zeit einem Facelift unterzogen. Dabei wird das Design überarbeitet und es kommen neue Features dazu, um das Modell für den Kunden wieder attraktiver zu machen. Genau das hat Revell mit vier seiner Easykits gemacht.

Es sind dies:

    Die F-14 Tomcat der VF-31 "Tomcatters". Diese Staffel gab als letzte 2006 ihre Tomcats ab.
    Die F/A-18E Super Hornet der VFA-27 Royal Maces. Sie ist in Japan stationiert und damit derzeit die einzige Carrier Air Wing, die ihren Heimatstützpunkt außerhalb der USA hat.
    Der Eurofighter Typhoon des JG-73 Johannes Steinhoff in Laage.
    Der Panavia Tornado IDS des AG-51 Immelmann. Teile dieses Geschwaders sind derzeit in Afghanistan eingesetzt - allerdings ohne die im Modell umgesetzte Sonderbemalung.


Die Neuen sind an einer überarbeiteten, deutlich attraktiveren Verpackung zu erkennen. Doch zunächst ein paar Worte zu den Easykit Luftfahrzeugen: Diese Steckbausätze sind aus meiner Sicht die Besten Einsteigermodelle, die es derzeit auf dem Markt gibt. Die Größe und Anzahl der Teile sowie die meist gute Passgenauigkeit erlauben es auch weniger geübten Fingern schnell ein tolles Ergebnis zu erzielen. Alle Flugzeuge und Hubschrauber sind im einheitlichen Maßstab 1:100 gehalten.
Nach dem Bau kann mit dem Modell gespielt werden, da keine filigranen Antennen und Kleinteile abbrechen können. Durch diese Konzept haben die Modelle natürlich weniger oder gröbere Details als moderne "richtige Klebebausätze". Dennoch geben sie ein stimmiges Gesamtbild ab. Einziges Mako waren bisher die aufgemalte Cockpithaube und das sehr einfache Fahrwerk, soadss die doch Modelle sehr wie Spielzeuge aussahen

Genau diese Schwachpunkte wurden jetzt beseitigt. Bei diesem Facelift wurde nicht, wie sonst üblich, nur eine neue Bemalungsvariante gewählt und die Lackierung/Bedruckung verbessert. Nein, es ging ans Eingemachte und die Form wurde ebenfalls überarbeitet.
Am auffälligsten ist, dass alle Bausätze eine Klarsichthaube spendiert bekamen. Dazu kam die Darstellung des Cockpits mit Besatzung. Dies wertet das Erscheinungsbild deutlich auf.
Ein Lapsus ist bei der Umsetzung passiert: die Klarsichthauben der F/A-18E Super Hornet und des Eurofighters Typhoon sind die des Einsitzers. Im Cockpit befinden sich aber zwei Köpfe - schade. Ich denke aber, dies wird den Einsatzwert bei den heimischen Luftkämpfen nicht mindern. Wen's stört, der kann die hintere Figur vor der Montage absägen. Die Pilotenfigur ist dann zwar sehr weit vorne, aber so ist es korrekter. Wer es ganz genau nehmen will kann noch ein paar Details hinzufügen und anpinseln (z. B. aus gezogenen Gussästen oder einer Sheetpatte von Danone).
Als weitere Verbesserung kam ein besser detaillierteres Fahrwerk hinzu. Wenn beim Bau die Angüsse sauber entfernt und die Teile richtig herum eingesetzt werden, ist es beweglich. (Sauberes Arbeiten ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber dem einen oder anderen Anfänger sollte dies gesagt werden ;-) ). Alle Fahrgestelle fahren nach hinten ein, auch wenn dies bei den Hauptfahrwerken der Originale nicht so ist. Dadurch fährt das Fahrwerk aber bei unsanften Landungen ein und bricht nicht ab.

Das eingefahrene Fahrwerk sitzt manchmal etwas fest. Es kann aber mit einem Zahnstocher leicht wieder ausgefahren werden. Besser ist es, die Trennfuge an den Rädern abzufeilen und die Räder wieder schwarz anzupinseln. Dabei kann man gleich einen weißen Punkt in die Mitte setzen. Dann sieht es noch besser aus.

Auch die Verbesserungen bei der Lackierung können sich sehen lassen. Zunächst fällt auf, dass die Modelle ganz lackiert sind. So verschwindet der spielzeughafte Glanz. Zudem ist die Bedruckung feiner. Die Wartungshinweise sind (teilweise nur mit der Lupe) lesbar. Damit übertreffen die Neuen manchen Standard von Sammlermodellen

Bei so vielen Verbesserungen bleibt eine Preissteigerung nicht ganz aus. Mit 7,99 Euro (laut Preisliste) ist der Preis, aus meiner Sicht, aber noch im grünen Bereich und das Preis-Leistungs-Verhältnis passt.

Fazit
Eine tolle Idee, eine Form aufzumotzen. So entsteht mit relativ geringerem Aufwand ein deutlich besserer Bausatz. Die Modelle haben den Spielzeugcharakter weitgehend abgelegt und dabei noch an Spielwert gewonnen. Mein Fazit lautet daher: Zum Einsteigen, Sammeln, Zwischendurchbasteln sowie für Geburtstagsfeiern und Nachwuchsaktionen sehr zu empfehlen. Ich mag es mir kaum vorstellen, wenn so ein gelungenes Facelift bei Wiederauflagen im Modellbau Standard würde... Gut gemacht!

Jürgen Crepin
SIM Stuttgart und MBC Heilbronn