Nachwuchsmeeting des DPMV am 03. Dezember 2010 in Bünde.


Nachwuchsmeeting des DPMV am 03. Dezember 2010 in Bünde.

Nach einer längeren Pause wurde wieder ein Nachwuchsmeeting unter Schirmherrschaft von Ulli Taubert in den Räumen von Revell in Bünde durchgeführt. Der Name war bewusst so gewählt, denn es geht uns nicht nur um Jugendarbeit sonder um eine generationsübergreifende Nachwuchsarbeit. Nicht nur Kinder und Jugendliche sollten unsere Zielgruppe sein, Wir dürfen dabei auch den Generationen über 30 bis hin zu 60+ nicht aus dem Fokus verlieren.

Jeder der am DPMV-Konvent mit einem Stand vertretenden Vereine hatte die Möglichkeit zwei Vertreter nach Bünde zu schicken. Einige sind leider ein Opfer des starken Wintereinbruchs geworden. Die Veranstaltung begann mit einem losem Aufwärmen im Gespräch und dann folgte die Revell-Neuheitenpräsentation für das kommende Jahr – mit phantastischen Ideen für unser Hobby - . Die neuen Leonardo da Vinci Holzbausätze sind eine Möglichkeit zum Erschließen neuer Zielgruppen.

Es schlossen sich Vorträge der einzelnen Klubs zum Thema Nachwuchsarbeit an. Dabei ging es nicht nur um Bastelstraßen. So hielt Konrad Schmittlein einen Vortrag in dem er seine Erfahrungen der Nachwuchsarbeit und deren Nachhaltigkeit in der Oberstufe von Schulen schilderte. Da gab er wichtige Erfahrungen preis. Weitere Vortragende gingen darauf ein. Meine Frau regte als Mitglied der IPMS an, auch an Rehaeinrichtungen heranzutreten, denn für Männer gibt es dort kaum interessante Angebote. Man könnte auch eine „Bastelstraße“ für Erwachsene durchführen und mit Workshops für Wiedereinsteiger an die Öffentlichkeit gehen.

Matthias Muth aus Sachsen-Anhalt ist im Grundschulbereich tätig und arbeitet an seiner Schule auch auf diesem Gebiet. Man darf dabei nicht nur den handwerklichen Gesichtspunkt im Auge haben, sondern auch im Kunstunterricht kann man Modellbau betreiben. Die Modellbaufreunde Lohne waren in der Vergangenheit ein bedeutender Ideengeber auf deren Wissens- und Erfahrungsschatz viele aufgebaut hatten. Das wurde auch in anderen Beiträgen deutlich. Auch die Präsentation der Modelle auf Ausstellungen ist ein Thema. Hier soll nicht nur mit exzellent gebauten Modellen das Können gezeigt werden, sondern es darf auch mal ein Frühwerk zu sehen sein. Jürgen Crepin hat dazu im IPMS Journal einen interessanten Artikel veröffentlicht. Abends wurden die Gespräche beim deftigen Grünkohlessen bis in die Nacht fortgesetzt und dabei wurden neue Strategien zur Vorgehensweise bei der Nachwuchsarbeit geboren.

Wir haben hier einige Beiträge bzw. Anregungen zum weiteren Tun auf dem Gebiet veröffentlicht:
Die Bilder vermitteln einen Eindruck von der Veranstaltung, die auch im nächstem Jahr so stattfinden sollte. Ein großes Dankeschön geht hier an das Unternehmen Revell für den tollen Rahmen!

Volker Helms
Bilder: SDLH


  Beiträge und Anregungen vom Jugendmeeting 2010:

  Matthias Muth, PMC Sachsen-Anhalt e.V.: Ideenkonzept zur Nachwuchsarbeit in Schulen.


Die Schulen sind ein wichtiger Partner für die Nachwuchsarbeit im Bereich des Plastikmodellbaus.

Zugang erhält man oft über Aktionen aus Anlass des Tages des Modellbaus oder in den Örtlichkeiten durchgeführte Veranstaltungen.

Wird hierdurch zwar Interesse geweckt, ist aber noch keine Nachhaltigkeit gegeben.

Vereine und Einzelpersonen können aber oftmals nicht im normalen Zeitrahmen von Schulen vor Ort aktiv werden, deshalb sollte versucht werden, den Gedanken des Modellbaus in die Schulen zu tragen und die entsprechenden Lehrkräfte als Partner zu gewinnen.

Eine entsprechende Vorstellung lässt sich innerhalb der Schulkonferenzen und Lehrerberatungen realisieren.

Der Modellbau soll dabei ein Mittel zum Zweck sein.
Wissenserwerb durch Umsetzung beim Erstellen des Modells, aber dann die Einbindung in ein schulisches, unterrichtsbezogenes Konzept.

Hierbei lassen sich neben den künstlerischen Fächern auch die handwerklichen Bereiche abdecken. Geschichtliche und literarische Bezüge sind herstellbar; Modelle können als Versuchsobjekte im Physikunterricht verwendet werden.

Diese Unterstützung und Förderung von schulischen Projekten sollte in weiterführenden Schulen ab der Klasse 5 stattfinden.

Natürlich ist es auch möglich, bereits im Grundschulbereich derartige Dinge anzubahnen, durch die Schulstruktur ist hier aber keine Nachhaltigkeit gegeben.

  PMC Lohne: Strukturen der Jugend- und Nachwuchsarbeit im Verein.


Jugendarbeit

    - Eigene Jugendgruppe (zurzeit 23 Mitglieder)
    - Verlässliche Gruppenführung (Gruppenleiterteam)
    - Beständige Gruppenstunden (jeden 2. Sa. im Monat, seit Gründung der Jugendgruppe ist noch keine Gruppenstunde ausgefallen)
    - Bereitstellung von finanziellen Mitteln (Vereinskasse)
    - Bereitstellung von Werkzeugkästen für Kinder deren Eltern es selber nicht kaufen können (Chancengleichheit) (Sozialfont)
    - Bereitstellung des ersten Bausatzes (Einschätzung, was kann ich dem Kind an Bauschwierigkeitsstufe empfehlen / zumuten?)
    - Grundlehrgänge wie Arbeiten mit Airbrush oder Dioramenbau
    - Beteiligung der Jugendgruppe an Vereinsausstellungen
    - De Jugendgruppe ist Mitglied im Stadtjugendring Lohne e.V.
    - Nachhaltigkeit sicherstellen wie z.B.
    - Jugendliche ab den 16. Lebensjahr in die Erwachsenengruppe übernehmen


Nachwuchsförderungen

    - Bastelangebote auf vielen Veranstaltungen wie Ausstellungen, Messen, große Feste usw. (z.B. in Bremen, Oldenburg, Osnabrück, Leipzig)
    - Tag des Modellbaus
    - Ferienpassaktionen
    - Schulprojekte


Die Jugendarbeit und Nachwuchsförderungen finanzieren sich durch Spenden und Gewinne aus der Tombola und durch die materielle Unterstützung der Industrie. (DPMV)
Weiterhin beantragen wir Gelder wie z.B. bei Banken, Aktion Mensch, Bürgerstiftung der Stadt Lohne usw. Zusätzlich bekommen wir jährlich einen Zuschuss von bis zu 500,00 € vom Stadtjugendring Lohne e.V.
Die Räumlichkeiten im Lohner Jugendtreff nutzen wir kostenlos.

Weitere Informationen unter www.modellbau-freunde-lohne.de / 5 Jahre Jugendgruppe (Anforderungen an den Verein / Grundsatzklärungen)

  Konrad Schmittlein:


    1. Für mich sind alle Schultypen bzw. schulähnliche Einrichtungen (z.B. VHS etc.), ja sogar der Vorschulbereich im Kindergarten interessant für den Modellbau.
    2. Ulli Taubert schloss in seiner Präsentation die Grundschule aus, worin ich ihm nicht ganz zustimmen kann, da situationsabhängig.
    3. Weiterführende Schulen garantieren für die Nachwuchsarbeit mittel- u. langfristig mehr Nachhaltigkeit - mehr Reflexion, Kaufentscheider von Morgen etc.
    4. Wiederholbarkeit von Modellbaukursen -projekten im Regel- oder Wahlunterricht an weiterführenden Schulen Lehrplanseitig u. kultuspolitisch (Akquisition externer Partner) verankert.
    5. Möglichkeiten im Rahmen von der Ganztagsbetreuung fast unbegrenzt.

    Diese Veranstaltungen gedenke ich als Projektleiter zu erstellen und falls erforderlich, anhand von methodisch -didaktisch gestützten Handreichungen multiplizierbar machen und in seiner Anwendung im DPMV koordinieren.

  Eindrücke von der Veranstaltung: