Volkshochschule für Kinder oder Modellbau im Konzept der Ganztagsschule.


Manchmal ist es sehr nützlich, wenn man einige Ehrenämter bekleidet, zumindest was die Nachwuchsförderung des DPMV anbelangt. So bin ich schon seit längerer Zeit einer von zwei Dozentensprechern im Kuratorium der Volkshochschule der Stadt Ahrensburg, das sich aus Vertetern der Dozenten, Teilnehmern, Kirche, Politik, Wirtschaft und Mitarbeitern der VHS zusammensetzt. So ist zum Beispiel der Schulleiter der Grundschule am Schloss der Vorsitzende dieses Kuratoriums, der im Rahmen der Möglichkeiten der Ganztagsschule gerade in Punkto handwerkliche Förderung der Kinder seiner Schule sehr offen für den Vorschlag war, Modellbau in das Nachmittagsprogramm aufzunehmen.

Termine waren schnell gefunden, so dass Modellbau als Kurs mit in das Programm aufgenommen wurde, das auch Angebote zum Thema Deutsch als Zielsprache, Frühenglisch, Umgang mit dem PC, Flöten- und Gitarrenunterricht, Theater, Schach und anderes anbietet. An jeweils drei Freitag Nachmittagen sollte ein Modellbaueinsteigerkurs, an drei weiteren Nachmittagen ein Aufbaukurs stattfinden. Der Andrang war so groß, dass sich in der ersten Woche nach Erscheinen des Programmheftes 26 Kinder anmeldeten, was das Anbieten weiterer Termine und das Teilen des Kurses nach sich zog, da im vorgesehenen Werkraum nicht ausreichend Platz gewesen wäre und mit 26 Kindern natürlich auch die Betreuung gelitten hätte.

Für den ersten Termin wurden Easykit Baumaschinen ausgewählt, deren Montage den meisten der Kinder keine Mühe bereitete, zumindest wenn man den Bauplan sowie das zu verwendende Werkzeug vernünftig erklärt. An den beiden weiteren Tagen wurde der Learjet in 1:48 in Angriff genommen (schade, dass dieser Bausatz nicht mehr im laufenden Programm der Firma Revell ist), der sich für die Nachwuchsförderung ganz hervorragend eignet, da die Teile eine sehr gute Passgenauigkeit haben, diese ferner von kleinen Händen sehr gut zu verarbeiten sind und der Bauplan bis auf einen Punkt (Darstellung der Tragflächen, hier ist falsche Montage möglich!) auch sehr übersichtlich ist.

Hier kamen zum ersten Mal die neuen Aqua Color Farben zum Einsatz, weil ein wichtiger Punkt der Kursbeschreibung die Lösungsmittelfreiheit dieser Acrylfarben war. Nachteilig hatte sich allerdings gezeigt, dass die Dosen der neuen Farben von Kinderhänden nur schwer zu öffnen waren, was die Produktentwickler vielleicht noch einmal als Denkansatz aufnehmen sollten.

Waren diese Dosen einmal auf und mittels des Deckels gesichert, haben diese rechteckigen Dosen einen deutlichen Vorteil gegenüber den runden Farbbehältern, da dieses nicht so leicht umkippen, was natürlich ein entspannteres Arbeiten des Kursleiters sichert. Zwar wurden mit dem Learjet in der vorgegbenen Zeit nicht alle Kinder fertig, jedoch bekamen alle die "Hausaufgabe" auf, den Learjet bis zum kommenden Aufbaukurs mit Hilfe der Eltern fertigzustellen, mit den Nassschiebebildern ihrer Wahl zu versehen und natürlich zum ersten Termin des neuen Kurses wieder mitzubringen.

Das Konzept der Ganztagesschule ist sicherlich nicht nur in Schleswig-Holstein in den Köpfen der verantwortlichen Schulleiter, sondern ist sicherlich auch bundesweit angesiedelt, so dass Nachahmung an anderen Schulen sehr willkommen sein wird. Also wer ein solches Projekt auch starten will, sollte mit den entsprechenden Schulleitern vor Ort ruhig in Kontakt treten, man läuft offene Türen ein.

Martin Kohring,
2.Vorsitzender DPMV