Nachwuchsarbeit - mal anders ... (2)


Workshop - Kleben und Spachteln Dieser Workshop war wieder einmal ein Treffen von Modellbauern in lockerer Atmosphäre. Im Mittelpunkt stand der intensive Erfahrungsaustausch untereinander. Jeder Teilnehmer konnte so ganz nebenbei etwas lernen und hatte dabei auch Spaß am Hobby.

Das Thema - Kleben und Spachteln - ist für jeden Modellbauer von großem Interesse. Trotzdem war der Workshop etwas einseitig, da ich ausschließlich zur Verwendung von Flüssigklebern referierte. Ich war deshalb so einseitig, weil diese Klebetechnik für mich die ultimative Technik zum Verkleben von Plastikmodellen darstellt. Eigentlich ist diese Technik mehr ein Verschweißen der Kunststoffteile, da der Kleber eigentlich ein Lösungsmittel für Kunststoffe ist. Als Kleber oder besser als Lösungsmittel verwende ich Ethylacetat. Ethylacetat ist in der Apotheke erhältlich. Es sind auch andere Produkte erhältlich, z. B. gibt es bei Kibri ein durchaus vergleichbares Produkt. Ich bevorzuge allerdings Ethylacetat, da es nicht ganz so aggressiv ist wie der Kibri-Kleber. Dies weiß man dann besonders zu schätzen, falls etwas vom Kleber über das Modell laufen sollte. Der Kibri-Kleber hinterlässt dabei hässlich Spuren, welche umständlich mit Spachteln entfernt werden müssen.
Bei Ethylacetat hat man meistens das Glück, dass es spurlos verdunstet. Ethylacetat wird mittels eines Pinsels aufgebracht indem man die zu verklebenden Teile zusammenhält und sich die Kapillarwirkung zunutze macht. Einen Augenblick warten, dem Ethylacetat Zeit geben das Plastikmaterial anzulösen und dann die Teile zusammendrücken. Es ist jetzt noch möglich die Teile zu verschieben um eine optimale Passform zu erreichen. Durch das zusammendrücken quillt das gelöste Plastikmaterial aus der Klebestelle und verschließt die Naht. Überstehendes Material nach dem aushärten wegschneiden oder wegschleifen. In der Regel ist es jetzt nicht mehr erforderlich zur Spachtelnmasse zu greifen und irgendwelche Nähte abzudecken. Dies hat für uns das verflüssigte Plastikmaterial getan. Dies ist eben der elementare Vorzug dieser Klebetechnik.

Ist es jetzt doch mal erforderlich, dass eine Nahtstelle gespachtelt werden muss, weil sie einfach zu groß ist, sind während des Workshops die verschiedenen Möglichkeiten angesprochen und gezeigt worden. Neben der allseits bekannten Spachtelmasse haben wir auch Sekundenkleber mit Härtungsbeschleuniger sowie Zweikomponenten-Spachtelmassen und deren Stärken und Schwächen besprochen.
Eine besondere Gelegenheit ergab sich dadurch, dass ein Teilnehmer sein Wachsspachtelgerät mitgebracht hat. Er führte die Eigenschaften und Besonderheiten des Wachsspachtelgerätes vor. Aufgrund seiner Erfahrung im Umgang mit dieser Technik konnten wir uns ein gutes Bild über die Vorzüge und Schwächen dieser Technik machen.

Die Modelle an denen wir die Klebe- und Spachteltechniken erproben konnten wurden uns dankenswerterweise vom DPMV über Brinkfried Schurak zur Verfügung gestellt.
Vielen Dank Brinkfried.

Michael Ullmann,
Friedrichshafen am Bodensee