Veranstaltungs-Bericht des PMVF 1971 e.V.




Dozent: Bernhard Lustig


Am Samstag, den 4 Januar 2003 startete in den Räumen des Bürgerhaus Bornheim der erste DPMV Workshop. Kein geringer als Bernhard Lustig konnte als Dozent gewonnen werden.
Bernhard Lustig macht seinen Namen alle Ehre. Mit viel Charme und Witz eröffnete er den vom Plastik Modellbau Verein Frankfurt 1971 e.V. organisierte und vom DPMV unterstütze Workshop mit dem Thema „Altern und / oder Verwittern von Militärfahrzeugen“. 

Über 20 Teilnehmer aus verschiedenen Modellbau-Klubs und einzelne Mitglieder des DPMV lauschten gespannt den Ausführungen des erfahrenen und auf internationalen Ausstellungen und Wettbewerben sehr erfolgreichen Modellbauer aus dem Münchener Raum. In sieben Stunden entstand vor den Augen der Teilnehmer ein Top gealtertes Modell eines russischen T-34-85 Panzers. Schritt für Schritt erklärte Bernhard Lustig seine Art Modelle zu altern. Beginnend mit dem auftragen der Farbe, das anbringen der Decals, über das versiegeln mit einem Schutzlack bis hin zu Schrammen und Farbabplatzern. Alles wurde ausführlich erklärt und am Modell vorgemacht. Einen besonderen Platz räumte Bernhard Lustig der Bemalung der Ketten ein. Hier zeigte er eine für viele Fahrzeugbauer bisher noch nicht angewandte Technik der Bemalung bei der Farbpigmente eine entscheidende Rolle spielen. 

Nach sieben Stunden harter Arbeit war der Workshop beendet. Viele Informationen über die verschiedensten Techniken waren ausgetauscht worden und alle Teilnehmer des Workshop waren sich einig: Das sollte unbedingt wiederholt werden! 




Bewunderung!
Wer genau aufgepasst hat, kennt dieses Modell!
Richtig! In einer der letzten Ausgaben unserer Verbandszeitschrift Modell Fan war der Jagdtiger bereits als Bericht von Bernhard Lustig erschienen. Doch das Modell in einer Zeitschrift abgebildet oder im Original zu sehen, dass ist schon ein gewaltiger Unterschied.



Aufgepasst!
Bernhard Lustig erklärt welche Farben er zur farblichen Gestaltung seiner Modelle verwendet. Dabei demonstriert an Hand einer selbst gemachten Farbpalette wie so etwas aussehen sollte.



Jagdpanzer "Hetzer"
Ein weiteres Modell, der Jagdpanzer Hetzer, beeindruckte durch viele farbliche Details. Die Oberfläche wurde von Bernhard Lustig mit einem Kugelfräser bearbeitet um eine rauere Struktur zu erhalten. Dann erfolgte eine Bemalung im späten Tarnmuster des Jahres 44-45.



Weitere Details werden mittels wasserlöslicher Acrylfarbe herausgearbeitet.



Das Modell des Hetzer in einer realistischen Taple-Top Szene. Es wirkt einfach phantastisch!



Kettenbemalung!
Gerade bei der Bemalung von Ketten werden oftmals viele Fehler gemacht. Einen besonderen Augenmerk richtet daher Bernhard Lustig auf die Bemalung seiner Modellketten. Nach einer farblichen Grundbehandlung erfolgt eine weitere Bearbeitung mitt Pigmenten und entsprechende Verdünner. Ergebnis: Sieht aus wie “echt”!




Ohne Worte!
Die Auspuffenden sehen richtig verrostet aus. Hier arbeitet Bernhard Lustig mit verschiedenen Farbpigmenten und Verdünner. An Realismus kaum noch zu Übertreffen. Die auf dem Heck zu sehenden Farbabplatzer wurden mittels stark verdünnter Farbe aufgebracht. Die Wassernasen/Roststreifen an den Nietenköpfen stammen von Künstlerölfarbe.



Nach jedem Arbeitsschritt konnte das Modell aus der Nähe begutachtet werden.



Ölflecken!
Das aufbringen realistischer Ölflecken ist, wenn man über das notwendige „Know How“ verfügt, keine große Kunst. Bernhad Lustig zeigt hier, wie man es leicht und trotzdem realistisch aussehend macht. Mittels Leinöl und Farben aus dem Künstlerbereich entstehen die tollsten Effekte.



Sorgfalt ist eines der kleinen Geheimnisse.
Jedes Segment des Panzerfahrzeugs wird so farblich nachbehandelt. Das Gesamtbild läßt ein Modell von einem einfachen Standmodell zu einem Gewinnermodell mutieren.


Text: P. Ankenbrand
Fotos: V. Mannel und P. Ankenbrand